Garry Kasparow und sein Vertrauen in Bitcoins

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Garry Kasparow wird weithin als der beste Schachspieler aller Zeiten geadelt und gilt so ganz nebenbei als einer der intelligentesten lebenden Menschen auf unserem Planeten. Seit Jahren tritt er als großer Befürworter von Kryptowährungen auf und postuliert stets, dass Bitcoin den US-Dollar schon sehr bald als weltweit führende Weltwährung ablösen wird.

Die frühere Nummer 1 der Schachwelt, der sich mehr als 20 Jahre im Schacholymp befand, hat zwar schon längere Zeit nicht mehr professionell Schach gespielt, sich aber durch die Arbeit an unterschiedlichsten Projekten – eines davon sind Kryptowährungen – immer noch seinen messerscharfen Verstand bewahrt. In einem kürzlichen gegebenen Interview mit „CoinDesk“ erklärt der berühmte Schachgroßmeister, warum er davon ausgeht, dass Bitcoin nach seinem Dafürhalten, recht zeitnah die dominierende globale Währung werden wird.

Kasparows Überlegungen

Garry Kasparow wuchs als Russe in der ehemaligen Sowjetunion auf und bekam aus erster Hand mit, wie korrupte und unkoordinierte Staatsausgaben die eigene Volkswirtschaft in den Abgrund führen konnten. Gegen diese Art von Finanzpolitik tritt er noch heute auf, und kritisiert öffentlich jene Regierungen, die „unbegrenzt“ Gelder drucken würden und damit zukünftigen Generationen die Schuldenlast heutiger Ausgaben auflastet.

Kryptowährungen, so seine Annahme, könnten diesem finanziellen Missbrauch einen Riegel vorschieben, denn diese würden den einzelnen Menschen die Macht zum eigenen Handeln wieder zurückgeben. Diese verhindern durch einfache Mathematik das Anwerfen der Gelddruckmaschinen durch inkompetente Regierungen und schützen vor der grassierenden Geldentwertung. Bitcoin ist hier ein treffendes Beispiel, denn es handelt sich bei dieser digitalen Währung um eine endliche Ressource. Es gibt nur 21 Millionen Münzen, und die Finanzminister und Notenbankpräsidenten dieser Erde können einfach nicht mehr als diese Anzahl produzieren lassen.

In einer digitalen Welt, in der virtuelle Währungseinheiten mit unserem technologischen Fortschritt stark verflochten sind, ermöglichen sie jedem Einzelnen eine größere finanzielle Autonomie. Und dieser Umstand ist laut Kasparow für die Zukunft der Welt von entscheidender Bedeutung.

Der ungebremste Erfolg der Kryptowährungen

Kasparows Theorie wird durch den kometenhaften Aufstieg der verschiedensten Kryptowährungen, und hier insbesondere Bitcoin, untermauert. Allein während der Zeit der Pandemie ist der Wert von Bitcoin um über 80 % gestiegen und erreichte zeitweise Höchststände von rund 52.000 Euro. Diese Werte werden gegenwärtig zwar nicht mehr erreicht, aber Bitcoin ist noch immer Teil einer jahrzehntelangen Entwicklung. Denn jene Anleger, die vor einem Jahrzehnt beispielsweise 100 BTC für rund 500 Euro gekauft haben, sitzen jetzt auf einem Vermögen, das vergleichbar mit den weltweit höchsten Lotto-Jackpots ist.

Allerdings sind diese Krypto-Handelswerte nur ein kleiner Teil der gesamten Krypto-Geschichte. Denn Bitcoin (und mehrere Altcoins) sind mittlerweile bereits vielfach akzeptierte Zahlungsmethoden bei Abertausenden von Online-Unternehmen, und Benutzer können sich Bitcoins auch bei speziellen Bitcoin-Geldautomaten gegen traditionelles Bargeld umtauschen. Und damit noch nicht genug: während mehrere Länder sogar daran denken, Kryptos als offizielle Währung einzuführen, ist der mittelamerikanische Staat El Salvador diesen Schritt bereits gegangen. Dieses Land war das erste, das Ende 2021 die digitale Währungseinheit eingeführt hat.

Im Schatten des Krypto-Booms haben sich auch mehrere verwandte Branchen entwickeln können. Die sogenannten „Non fungible Tokens (abgekürzt; „NFT“s) laufen auf Smart Contracts, die ebenfalls von derselben Blockchain angetrieben werden, die auch von der große Kryptowährung Ethereum (ETH) verwendet wird. Für Kasparow stehen die Verdienste der Branche auf der gleichen Stufe wie beispielsweise seine berühmte Schachpartie „Mensch gegen Maschine“ im Duell mit „Deep Blue“ von IBM bis hin zu seinen wichtigsten politischen Reden.

Kurz gesagt, die Zukunft des Digitalen sieht für ihn rosig aus, jedoch die traditionellen Fiat-Währungen bewegen sich dank ihres unflexiblen Finanzsystems aus seiner Sicht in die völlig entgegengesetzte Richtung.

Die ultimative Lösung

Garry Kasparow glaubt nicht nur an den praktischen Nutzen von Kryptowährungen, er sieht darin eine überaus bedeutende Waffe gegen Totalitarismus und Unterdrückung in der nahen Zukunft. Er selbst trat bereits des Öfteren als ausgesprochener Kritiker diverser autokratischer Politiker auf, und unterstützte die „Human Rights Foundation“ dabei, um weltweit anderen Dissidenten zu helfen.

Es war unter anderem dieses Engagement, das Kasparow die Vorteile der Kryptowährungen vor Augen führte, denn Mitglieder dieser Menschenrechtsorganisation benutzen es ständig, um Spenden zu erhalten, die sie sonst über herkömmliche Finanzkanäle niemals bekommen würden. Und je mehr er über Kryptos und die dahinterstehende Blockchain erfuhr, desto mehr vertiefte er sich in diese Materie und kam letztendlich zum Schluss, dass die bevorzugte Behandlung dieser digitalen Währungen ein „wichtiger Teil“ seines „Beitrags zur Zukunft der Menschheit“ sein werde.

Das soll für ihn aber nicht bedeuten, dass virtuelle Währungen ein Allerheilmittel darstellen, denn auch in der Welt der Kryptowährungen kommt es zu Betrug und Diebstahl. Aber für Kasparow ist Bitcoin der Schlüssel für Gleichgewicht und Gerechtigkeit. Es liegt nun an den Menschen selbst, diese Macht zum Guten zu nutzen und verantwortlich damit umzugehen, um die gesetzten Ziele zeitnah zu erreichen.

In einem Jahrzehnt von jetzt an

Ist also die Kryptowährung Bitcoin wirklich in der Lage, den Platz des Dollars in den nächsten Jahren einzunehmen, oder wird es ein langsamerer und sukzessiver Prozess sein?

Streichen Sie sich daher das Jahr 2032 in Ihrem Kalender rot an. In diesem Jahr, so die Prognosen Kasparows, würde er „nicht überrascht“ sein, wenn Bitcoin oder sogar eine Sammelsurium von Kryptowährungen als globaler Finanzstandard durchsetzt. Ob es tatsächlich zu den fast schon übernatürlichen Prophezeiungen der russischen Schachlegende kommt, wir die nahe Zukunft des weltweiten Finanzmarkts zeigen.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel sollte nicht als Anlageberatung verstanden werden und ist nicht dazu bestimmt, diese anzubieten. Die Kryptozeitung und ihre verbundenen Unternehmen, Mitarbeiter, Schriftsteller und Subunternehmer sind Krypto-Währungsinvestoren und haben von Zeit zu Zeit möglicherweise Anteile an einigen der von ihnen abgedeckten Münzen oder Token. Bitte führen Sie Ihre eigene gründliche Recherche durch, bevor Sie in eine Kryptowährung investieren.

Philipp Traugott

Philipp Traugott

Philipp ist ein Kryptowährungs- und Blockchainbefürwörter, dessen Erfahrung Aufsichtsfunktionen bei hochkarätigen Marketingfirmen umfasst. Er ist besonders an der Wirkung dezentraler Technologien auf die gesellschaftliche Entwicklung interessiert.

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